Es muss etwa im November 2006 gewesen sein. Gelangweilt zappte ich durch die Musiksender, als ich sie sah: Schwarz, hochhackig, ein breites Riemchen über die Zehen, zwei schmale gekreuzte über den Spann und um die Fesseln ein breites, geschnürtes Band. Kurz – die perfekte Sandalette. Die Schmuckstücke zierten die Füße einer Tänzerin, die in Justin Timberlakes Video zu „My Love“ dem Rapper T.I. auf einer Couch näher kommt.
Sofort war mir klar: diese Schuhe waren wie für mich gemacht. Ich musste sie einfach haben. Aber ich kannte weder den Hersteller noch hatte ich sonst irgendeinen Anhaltspunkt. Also begann ich, sie zu suchen. Ich klickte mich online durch die Kollektionen von Louboutin, Choo und Weitzmann, durchblätterte alle meine Ausgaben der Vogue und zog durch alle mir bekannten Schuhgeschäfte, in der Hoffnung, wenigstens ein ähnliches Paar zu finden. Erfolglos. Nach einiger Zeit gab ich meine Suche auf.
Doch dann, als ich schon lange nicht mehr damit gerechnet hatte, geschah es. Aus Langeweile klickte ich mich durch die aktuellen Schuh-Angebote auf ebay, und da waren sie. Neu, ungetragen, mit Karton und Ersatzabsätzen und auch noch in meiner Größe. Dank youtube konnte ich einen Videovergleich anstellen. Es gab keinen Zweifel, es war wirklich genau das gleiche Modell, dass im Video vorkam. Ausgerechnet Buffalo hatte diese Kunstwerke entworfen. Das hatte ich nicht erwartet, schließlich kenne ich die kompletten Kollektionen von Buffalo, seit es den offiziellen Webshop gibt. Aber dieses Paar stammte wohl noch aus der Zeit davor. Die bisherige Besitzerin war sich wohl nicht bewusst, was für einen Schatz sie da ungetragen im Schrank verwahrt hatte.
Einige Tage später kam das Päckchen bei mir an, und meine Schuhsammlung war durch ein neues besonderes Paar erweitert worden.
